Matcha – Wie gesund ist der Super Tee wirklich?

Michael Saurug
14. Januar 2020

Matcha ist ein traditionelles Teegetränk aus Japan, das in letzter Zeit Kultstatus, unter anderem wegen seiner vielfältigen gesundheitsfördernden Eigenschaften, erlangt hat. 

Das Wort “Matcha” bedeutet “Pulvertee”. Der Teebusch selbst wächst im Schatten und wird speziell vor der Ernte noch einmal abgedunkelt, damit sich die Chlorophyllmenge erhöht und mehr Aminosäuren bilden. 

Matcha wird in zwei verschiedenen “Gütestufen” vertrieben, die aber meist über die tatsächliche Qualität des Tees nicht viel aussagen. 

Matcha ist in seiner Wirkung sehr anregend, schärft den Fokus und erhöht die Wachsamkeit – gleichzeitig beruhigt er und sorgt für Ausgeglichenheit. 

Warum Matcha auch dir helfen kann, deinen Fokus zu erhöhen und dabei ausgeglichen den Herausforderungen des Alltags zu begegnen, erfährst du in diesem Artikel!

Tradition & Herkunft

Matcha ist ein traditionelles japanisches Getränk, das auf der ganzen Wetlt erhältlich ist. Sehr oft wird die Unterscheidung zwischen “Ceremonial Grade” und “Culinary Grade”, also zwischen “Zeremonieller Qualität” und “Kochqualität” gemacht. 

Was bedeutet dies nun beim Kauf von Matcha? Ist Zeremonielle Qualität immer besser? 

In Wahrheit sagen die beiden Begriffe sehr wenig über die tatsächliche Qualität des Matchas aus.  “Ceremonial Grade” und “Culinary Grade” sind nämlich zwei, von den Auflegen her, unregulierte Begriffe. Welche Qualität man letztendlich erhält, hängt vom Hersteller ab. Ab wann eine Sorte als  “Ceremonial Grade” bezeichnet werden darf, ist somit nicht eindeutig festgehalten. 
Es gibt allerdings ein paar Richtlinien, an die man sich bei der Wahl von Matcha halten sollte, um eine authentische Qualität zu erhalten: 
 
1) Kommt der Rohstoff aus Japan? 
 
2) Ist der Teebusch im Schatten gewachsen?
Wurde er vor der Ernte noch einmal abgedunkelt? Wie lange hatte er im Schatten Zeit zu wachsen?
 
3) Ist der Matcha Tee aus Tencha Teeblättern hergestellt worden (Schattengewachsene Teeblätter)?
 Das Gegenteil zu Tencha Tee wären Sencha (grüner Tee, dessen Blätter mit heißem Dampf behandelt wurden, um die Fermentation zu verhindern) und Gyokuro (hochwertigster Japanischer Tee, der sehr süß schmeckt und zu besonderen Anlässen serviert wird).
 
4) Wurde der Matcha Tee auf Stein zerieben?
Traditionellerweise und um durch Erhitzung die Oxidation der wertvollen Inhaltsstoffe des Tees zu verhindern, werden die Tencha Teeblätter langsam mittels Mörser und Stößel oder einer Steinmühle (siehe Video) zerrieben. 
 
Matcha ist ohne Frage ein Trendgetränk geworden. Leider springen sehr viele Firmen auf diesen Zug auf und stellen Matcha industriell und in großen Mengen her. Das Problem bei industrieller Fertigung ist, dass dabei Maschinen zum Einsatz kommen, die große Reibung und Hitze erzeugen und dabei die wichtigen Phytochemikalien der Tencha Teeblätter sowie die Geschmacksstoffe des Tees zerstören.
 

Den größten Nutzen und Genuß zieht man daher aus handgemachtem Matcha Tee, der über Mörser bzw. Steinmühlen zerrieben wurde und dessen Teebüsche lange Zeit hatten,  im Schatten zu reifen. 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zubereitung

 

Tatsächlich gibt es aber in der Zubereitung des Matcha Tees einen Unterschied zwischen Ceremonial und Culinary Matcha. 

Diese zwei Arten der Zubereitung des Tees werden traditionellerweise als “usucha” (dünner Tee) und “koicha” (dicker Tee) bezeichnet. Wie der Name sagt, ist der Tee einerseits dünnflüssig (so wie er in den meisten Fällen zubereitet wird und auch bekannt ist) oder dickflüssig (die tatsächliche traditionelle Variante!). 

Bei koicha Matcha entsteht eine grüne sirupartige Flüssigkeit, die mit Tee im klassischen Sinne von der Erscheinung her weniger zu tun hat. Dazu wird einfach das Verhältnis von Matcha Pulver zu Wasser verändert. 

Der Geschmack von koicha Matcha ist sehr intensiv und langanhaltend. Deswegen wird oft, begleitend zum Genuss des dickflüssigen Matchas, süßes Gebäck gereicht, um die Intensität des Geschmacks etwas abzumildern. 

Die klassische Art der Zubereitung sieht vor, dass

  1. die gewünschte Menge Matchapulver  (1-2 Teelöffel) durch ein Sieb in eine Schale gedrückt werden. 
  2. Danach wird heißes Wasser (knapp unter dem Siedepunkt!) beigegeben(ca. 60-150ml). 
  3. Dann wird der Tee mithilfe eines Bambusbesens schaumig geschlagen. 
  4. Genießen!
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Profi Tipp zur Zubereitung:

Man kann dem Matcha Tee Protein und Kokosnussfett/-öl beigeben. Dadurch wird die Absorption der Wirkstoffe des Tees verlangsamt und verlängert. Dies empfiehlt sich vor allem für Leute, die empfindlich auf Zucker reagieren. 

Besonders das Protein verlangsamt die Wirkung des Koffein und führt zu weniger ausgeprägten “Energiespitzen”. Das Fett führt zu einer verbesserten Bioverfügbarkeit, also der Aufnahme der Pflanzenwirkstoffen.

Wirkung & Vorteile

Nachfolgend die wichtigsten Punkte hinsichtlich der Wirkung von Matcha Tee. Das traditionelle Getränk hat einige gesundheitliche Vorteile die man unbedingt kennen sollte.  Diese sind mittlerweile schon mit wissenschaftlichen Studien belegt. Weitere Studien werden aktuell durchgeführt und sobald diese veröffentlicht sind werden wir den Artikel entsprechend aktualisieren.

Gehirnleistung und Fokus

Matcha beinhaltet unter anderem Koffein und L-Theanin, eine Aminosäure, die Wirkung auf das Zentralnervensystem ausüben kann. 

Matcha enthält mit 30mg pro 100ml Tee eine nicht unwesentliche Menge Koffein und wirkt daher anregend und aufputschend. Ein Espresso enthält ungefähr die gleiche Menge Koffein, die Wirkung ist daher vergleichbar.

Laut Erfahrungsberichten bewirkt Matcha eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit und gleichzeitig eine erhöhte Wahrnehmung äußerer Sinnesreize. 

L-Theanin beeinflusst die Produktion von Alpha-Wellen im Gehirn, die ein Gefühl der Entspannung erzeugen und gleichzeitig für einen “klaren Kopf” und Wachheit des Geistes sorgen. Den gleichen Effekt auf das Gehirn haben z.B. Yoga und Meditation! Man wird sich seines Körpers besser bewusst und nimmt Umwelteinflüsse verstärkt wahr. 

L-Theanin führt zu einer vermehrten Produktion von Serotonin und Dopamin, zwei Hormone, die für ihre Konzentrationsförderung und Förderung der Gedächtnisleistung bekannt sind. 

Die Kombination aus dem enthaltenene Koffein und L-Theanin führen zu verstärkter Konzentrationsfähigkeit und gleichzeitig innerer Ausgeglichenheit und Ruhe. Damit eignet sich Matcha hervorragend vor Prüfungen, Präsentationen oder auch wenn man in der Freizeit entspannen und runterkommen will. 

In einer Blindstudie wurde nachgewiesen, dass Personen, die Matcha trinken eine höhere kognitive Leistung aufweisen als Personen, die kein Matcha trinken. Bei der Studie wurden die Faktoren Gedächtnisleistung, Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeitsspanne, Episodisches Gedächtnis (Teil des Langzeitgedächtnisses) und Arbeitsgedächtnis (wichtig für Entscheidungsfindung) betrachtet. 

Das Resultat war eindeutig: Matcha führt zu einer deutlichen Verbesserung von Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und Gedächtnisleistung.

Eine weitere Studie hat gezeigt, dass der Konsum von nur 2 Gramm grünem Teepulver pro Tag über einen Zeitraum von 3 Monaten zu einer deutlichen Steigerung der Gedächtnisleistung bei älteren Menschen führt. 

L-Theanin ist eine Aminosäure, welche die Blut-Hirnschranke überwinden kann und dabei ein Gefühl von Entspannung liefert und gleichzeitig Stress, sowohl geistig als auch körperlich abbaut. 

Das Trinken einer Tasse Matcha wird in seiner Wirkung in Erfahrungsberichten oft mit Meditation verglichen!

Stimmungsaufhellend 

L-Theanin ist eine Aminosäure, die psychoaktive Wirksamkeit besitzt. L-Theanin macht nicht high, sondern führt laut Studien zu einem sogenannten Alpha-Zustand, einem entspannten und stressbefreiten Gemütszustand. Darüberhinaus kann es blutdrucksenkend wirken. 

Matcha enthält eine große Anzahl an verschiedenen Phytochemicalien, mehr als andere Teesorten. Dazu zählen unter anderen Koffein, L-Theanin und Epigallocatechingallat. Diese Substanzen haben durch Erfahrungswerte gezeigt, dass sie in Kombination genommen, sich sehr positiv auf die Stimmung auswirken können.

Diese stimmungsaufhellende Wirkung lässt sich wie folgt erklären: das in Matcha enthaltene Koffein führt zu verbesserter Konzentrationsfähigkeit, Wachsamkeit und einer Erhöhung der Tatkraft aber auch zu Erregbarkeit und Nervosität.

L-Theanin auf der anderen Seite reduziert genau diese negativen Eigenschaften des Koffein – es wirkt der Nervosität und Unruhe entgegen. Dadurch bleiben nur mehr die positiven Eigenschaften übrig. 

Kann den Metabolismus erhöhen

Der Metabolismus eines Menschen ist nicht unveränderbar. Durch gezielte Ernährung bzw. Ergänzung ebendieser oder auch körperliche Ertüchtigung kann man ihn beeinflussen. 
 
Eine Möglichkeit den Metabolismus anzukurbeln ist die Einnahme von Matcha. Matcha enthält Polyphenole Catechine, die in großen Mengen darin vorkommen. Catechine gehören zu den Flavonoiden, die eigentlich für die Farbgebung der Pflanzen verantwortlich sind. Sie fördern den Stoffwechsel und erhöhen somit den Metabolismus. 
 
Darüberhinaus wirken Catechine auf die Bildung von Körperfett ein, indem sie durch die Nahrung aufgenommenes Fett vom Körper nicht aufspalten lassen. Durch dieses Nicht-Aufspalten, werden auch keine Energiereserven frei und der Körper kann keine Depots in Form von Körperfett anlegen. Das durch die Nahrung aufgenommene Fett wird unverdaut wieder ausgeschieden. 
 
 
 

Antioxidantien

Oxidativer Stress passiert wenn freie Radikale Zellen im Körper anzugreifen und zu zerstören. Das kann zu verschiedensten Krankheiten, unter anderem Krebs, Alzheimer, Genveränderungen und diversen Herzerkrankungen, führen. Darüber hinaus kommt es zu einer beschleunigten Zellalterung, was sich auch besonders bei der Alterung der Haut zeigt. 

Freie Radikale kommen nicht zuletzt durch vermehrte Einwirkung von Strahlen, wie etwa Sonnenstrahlen oder auch radioaktive oder durch elektrische Geräte verursachte Arten von Strahlung, auf den Körper. 

Antioxidantien sind Moleküle, die sich von Natur aus in verschiedensten Lebensmitteln finden und diese freien Radikale attackieren und unschädlich machen. 

Antioxidantien finden sich unter anderem in Rotwein, Tomaten oder Matcha! Dabei findet man in Matcha aber die eindeutig höchste Konzentration von Antioxidantien: sie ist mit 1380 Einheiten pro Gramm 13 mal höher als in Schwarzbeeren und 125 mal höher als in Spinat!

Infektionen und Krebs

Durch die in Matcha enthaltenen Antioxidantien wird Zelloxidation verlangsamt und schädliche Veränderungen der Zellen können gebremst werden. Matcha enthält außerdem Polyphenole, aromatische Moleküle, die im Verdacht stehen, Krebszellen selbst am der Verbreitung zu hindern. 

Des weiteren bietet Matcha antimikrobielle Wirkung – das bedeutet, dass die Wirkstoffe in Matcha die Verbreitung von Infektionen durch Pilze, Viren oder Bakterien behindert. 

Das spezielle Antioxidans Epigallocatechingallat (EGCg) ist bei der Bekämpfung von Bakterien und Viren maßgeblich beteiligt. Es kann an Körperzellen binden und verhindert dabei das Wachstum von gefährlichen Mikroorganismen, unter anderem die Erreger von Herpes, Hepatitis, Grippe oder Angina. 

EGCg ist ein sehr spezielles und seltenes Antioxidans, das sehr stark wirkt. Es gehört zur Gruppe der Catechine, die wiederum zu den natürlichen Pflanzenfarbstoffen, den Flavonoiden zählen.

EGCg unterstützt den Körper auf natürlich Weise beim Abnehmen und sorgt für ein gesundes Herz und Hirn. Neben Matcha stellt praktischerweise Kakao eine hervorragende Quelle dafür dar. EGCg lässt den Körper vermehrt Cholecystokinin produzieren, das Hormon, das dafür sorgt, dass nach dem Essen ein Sättigungsgefühl entsteht. Durch die erhöhte Ausschüttung des Hormons fühlen wir uns schneller satt und essen weniger. Simpel aber effektiv! 

Entgiftung

Unsere Leber spielt eine essentielle Rolle bei der Entgiftung unseres Körpers. Sie sorgt dafür, dass Gifte aus dem Körper ausgeschieden werden, baut Toxine und Drogen, Medikamente, Alkohol etc. ab und verstoffwechselt Nährstoffe. 
Durch die hohe Beanspruchung des Organs kann es, speziell durch ungesunden Lebensstil oder auch chronische Krankheiten wie etwa Diabetes zu ernsthaften Schäden oder Totalversagen kommen. 
 
Matcha hat in diversen Studien nachweislich sehr positive Effekte auf die Gesundheit der Leber gezeigt. 
Beispielsweise hat eine Studie mit Patienten, die an der Fettleberkrankheit litten, gezeigt, dass nach 12 Wochen Einnahme von Matcha, sich die Leberenzymwerte deutlich gesenkt hatten. Hohe Enzymwerte der Leber sind Warnsignale für Leberschäden!
 
Eine weitere Meta-Analyse diverser Studien ist zu dem eindeutigen Ergebnis gekommen, dass das regelmäßige Trinken von grünem Tee in Korrelation mit verringertem Risiko an Leberkrankheiten zu erkranken, steht. 
 

Dosierung

Matcha Tee enthält Blei. Sogar Matcha Tee, der unter strengsten Gesundheitsauflagen und ohne Pestizideinsatz wächst, enthält Blei. Dieses Blei gelangt in die Teepflanzen über Umweltverschmutzungen, besonders über Abgase und andere Abfallprodukte, die durch Verkehr anfallen. 
 
Besonders betroffen scheint, Untersuchungen zufolge, Tee aus China zu sein. Der Grund dafür ist, dass China erst sehr spät (bis in die 2000er Jahre) bleihältiges Benzin verboten hat. 

Blei gilt als besonders problematisch, da es auf vielerlei Art schädlich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden wirkt. Unter anderem hemmt Blei die Bildung von neuen Blutzellen und stört den Stoffwechsel, es erhöht den Blutdruck, wirkt gefäßverengend und kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Es beeinträchtigt die Hirnleistung und schädigt das Nervensystem und führt zu Verdauungsschwierigkeiten und Schäden der Nieren. Außerdem kann Blei motorische Störungen hervorrufen und bis hin zu Lähmungen führen. Diese Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. 

Blei ist gefährlich für den menschlichen Organismus, ist aber oft durch diverse Nahrungsmittel unvermeidbar. Man sollte dennoch auf maximal empfohlene Konzentrationen bzw. Dosierungen achten! Matcha Tee sollte daher nicht zu oft konsumiert werden –

Studien haben über 1200 Teesorten aus China auf ihren Bleigehalt getestet. Dabei ist man zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: ein großer Teil der getesteten Tees überstieg einen Anteil von 2 Mikrogramm Blei pro Gramm Tee. Somit hat im Schnitte über ein Drittel aller chinesischen Tees einen zu hohen Bleigehalt um als unbedenklich zu gelten – und das geben sogar chinesische Laborbefunde zu! 
 
 
 

Quellenangabe:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18681988

EGCg gegen Infektionen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3594666/

Matcha und seine Auswirkung auf kognitive Leistungen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28784536

Bleigehalt in chinesischem Tee: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15998560

L-Theanin reduziert psychologischen und Physiologischen Stress: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16930802

Matcha wirkt stimmungsaufhellend: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28056735

Matcha fördert die Gesundheit der Leber: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7711535/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4763469/

Meta-Analyse zur Lebergesundheit durch Grüntee: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4538013/

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on linkedin
Michael Saurug

Michael Saurug

Twitter Facebook Nach oben scrollen