Hanftee – Gründe, ihn zu trinken und die richtige Zubereitung

Michael Saurug
16. Dezember 2019

Hanftee in der Geschichte

Tee ist ja eigentlich ein sehr traditionelles chinesisches Getränk, gemacht aus Teeblättern, die in heißem Wasser aufgegossen werden. Dadurch lösen sich Aromastoffe und andere Wirkstoffe. So weit so gut. Tee ist bekannt. Was ist nun aber mit Hanftee? Kann man nicht einfach auch getrocknete Hanfblätter aufkochen und so daraus Tee machen? Ja, kann man. Die Vorteile und Effekte sind dabei aber ganz anders als bei normalem Tee. Unter anderem besitzt Hanftee Eigenschaften, die sich sehr positiv auf die Gesundheit auswirken können. Hier erfährst du mehr dazu.

Menschen trinken Hanftee tatsächlich schon tausenden von Jahren – Hanf als Nutzpflanze Nummer eins war ja schon immer bekannt, nicht zuletzt wegen seiner Nützlichkeit in der Seefahrt für die Herstellung von Seilen. Hanftee war immer sehr beliebt wegen seiner “heilenden” Wirkungen. Darüberhinaus wurde Hanf in allen Formen auch immer bei Ritualen und Zeremonien konsumiert. So zum Beispiel in Zentralasien, China aber auch in Afrika oder im mittleren Osten. In Indien wurde Hanftee etwa als rituelles Getränk und Medizin, genannt Bhang, serviert und in Jamaica als Ganja Tee, ebenso als medizinisches Getränk.

Die Verwendung von Teilen der Cannabispflanze zur Herstellung von Tee datiert laut Überlieferungen bis 2737 vor Christus zurück. Zu jener Zeit hat Hanftee als medizinisches Heilmittel gegolten, das unter anderem auch dem chinesischen Kaiser Shen Nung von seinen Leibärzten verschrieben wurde. Dadurch wurden zu jener Zeit Beschwerden und Krankheiten wie Rheumatismus, Malaria, Gicht und Gedächtnisprobleme behandelt. 

Hanftee als traditionelles Getränk zur Gesundheitsförderung
Hanftee als traditionelles Getränk zur Gesundheitsförderung

Hanftee aus jungem Hanf: Unterschiede zu normalem Hanftee?

Man kann bereits aus jungen Hanfpflanzen bzw. Schnittgut, das beim Zuschneiden entsteht, Tee machen. Junge Hanfpflanzen enthalten noch nicht so viele Cannabinoide wie CBD, THC, CBN etc. sondern sind eher für ihren hohen Chlorophyllgehalt und ihre Vitamine bekannt. Durch den Alterungs- und Reifungsprozess werden Cannabispflanzen immer cannabinoidhaltiger.

Die möglichen Vorteile, die man aus dem Konsum von Tee aus jungen Hanfpflanzen ziehen kann, sind laut Erfahrungswerten aber trotzdem vielfältig:

  • Detox-Wirkung
  • Stärkung von Knochen
  • Anti-Aging Effekt
  • Verbesserung der Verdauung
  • Hilfe gegen Schlafstörungen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbessert die Mundgesundheit und hilft gegen Mundgeruch

Hanftee aus reifem Hanf

Hanftee wird meistens aus reiferem Hanf hergestellt. Dazu verwendet man die Blüten und Blätter der Pflanze. Durch den Reifungsprozess passiert Decarboxylierung der Cannabinoidsäuren automatisch. Dementsprechend hoch sind auch die Cannabinoidmengen der Pflanze. Um trotzdem den maximalen Effekt des Tees auszukosten, empfiehlt es sich, die Zubereitungsanleitung weiter unten zu befolgen!

Hanftee aus reiferem Hanf kann unter anderem folgende positiven Wirkungen umfassen:

  • Verbesserung des Appetits
  • Verbesserung der Verdauung
  • Kann gegen Muskelspasmen helfen
  • Hilfreich bei Atemwegsproblemen
  • Hilfreich gegen Entzündungen
  • ist der Gesundheit von Herz und Gedächtnisleistung zuträglich

CBD Tee aus Nutzhanf

Ist denn überhaupt CBD im Hanftee? JA! Hanftee ist voller Cannabinoide (wenn richtig zubereitet!) und natürlich auch CBD.

Nutzhanf (Cannabis Sativa) hat im Gegensatz zum medizinischen Hanf (Cannabis Indica) nur sehr geringe THC Anteile. Diese liegen um die o,o2% und machen den Nutzhanf daher unbedenklich was die Legalität sowie die Berauschung angeht.

Trotzdem spielt er eine wichtige Rolle in der Zubereitung von gesundheitsfördernden Tees. Das darin enthaltene CBD kann sehr gut wirken bei Beschwerden wie Depressionen, Entzündungskrankheiten, Schlaflosigkeit, chronischen Schmerzen etc.

Zu beachten gilt es aber auch, dass reines CBD weniger effektiv ist, als in Kombination mit anderen Cannabinoiden der Cannabispflanze. Dazu zählt natürlich auch THC! Stichwort: Entourageeffekt! Durch diesen Effekt wechselwirken die Cannabinoide miteinander und verstärken ihre Wirkungen gegenseitig.

Fertige Hanfteegemische aus Nutzhanf gibt es auch zu kaufen:

Nutzhanf als Quelle für Hanftee
Nutzhanf als Quelle für Hanftee

Hanftee zuhause machen – was es zu beachten gibt!

Hanftee ist nicht gleich wie jeder andere Tee, wenn man seine Wirkung betrachtet. Aber auch die Zubereitung und die Schritte davor, wenn man ihn selbst herstellen möchte, gilt es zu befolgen. Wenn man aus Hanf Tee machen möchte, sollte man auf die Menge der Cannabinoide achten, um den Effekt des Hanftees zu maximieren.

Warum ich bei der Zubereitung von Hanftee aufpassen muss

Ganz vereinfacht gesagt: würde man Cannabistee wie gewöhnlichen Tee aufbrühen, wäre die Wirkung der Cannabinoide minimal bis nicht spürbar. Um den maximalen Effekt zu erreichen, muss man auf ein paar Details Rücksicht nehmen.

Cannabis in diversen Formen wird ja in vielen Ländern mittlerweile ganz legal gehandelt und konsumiert. Es gibt sogar Cannabis, das ärztlich bei bestimmten Krankheiten und Beschwerden als unterstützende Maßnahme verschrieben wird. So auch Tee aus Cannabis.

Längeres Aufbrühen von Hanftee verstärkt die Wirkung
Längeres Aufbrühen von Hanftee verstärkt die Wirkung

Decarboxylierung der Cannabinoide – das ist wichtig für wirksamen Hanftee!

Beim Kochen von Tee werden Inhaltsstoffe gelöst und beim Trinken dem Körper zugeführt. Beim Kochen von Hanf werden auch Stoffe, eben Geschmacksstoffe und Geruchsstoffe und natürlich Cannabinoide herausgelöst. Die Cannabinoide sind für die wohltuenden Kräfte des Tees verantwortlich. Sie aktivieren das körpereigene Endocannabinoidsystem, das für reibungslose Körperfunktionen und inneres Wohlbefinden sorgt. Es hält die Homöostase aufrecht. 

Cannabinoide liegen in der Cannabispflanze oder im Hanf eben aber nicht in ihrer vom Körper bzw. Endocannabinoidsystem verwertbaren Form vor, sondern als Säure. CBD (Cannabidiol) zum Beispiel liegt als CBGA (Cannabidiolsäure) vor. Um die Säure in verwertbare Cannabinoide umzuwandeln, muss man sie zur Decarboxylierung bringen. Darunter versteht man einen Vorgang, bei dem durch Erhitzen des jeweiligen Säuremoleküls ein Kohlendioxidmolekül abgespalten wird. 

Der selbstgemachte Cannabis- oder Hanftee kann somit auf zwei Arten “aktiviert” werden: entweder führt man den Tee vor dem Aufbrühen der Decarboxylierung zu oder während dem Aufbrühen. Wenn man die Cannabinoide davor aus dem Tee lösen will, muss man ihn für 10 Minuten lang auf ca. 150°C erhitzen, am besten im Backrohr.

Ideal zum Aufbrühen von Tee – gleichzeitig Wasserkocher und Teekanne in einem!

Wenn man sich für den zweiten Weg entscheidet, das Lösen der Cannabinoide durch Aufbrühen mit heißem Wasser, gibt es auch ein paar Dinge zu beachten:

Die Zubereitung des Hanftees – Fett als Geheimzutat!

Hanftee bekommt man durch die Zugabe von kochendem Wasser zu getrockneten, zerkleinerten Bestandteilen der Hanfpflanze. Die Sorte, die dafür verwendet wird ist Cannabis Sativa. Der Tee, der nach dem Aufguss entsteht ist grünlich/bräunlich und schmeckt etwas bitter. Ziehen lassen sollte man den Tee zugedeckt für circa 15 Minuten. Während der Tee zieht, empfiehlt es sich, etwas Milch, Schlagsahne oder Kokosfett zuzugeben. Durch die Fette können die Cannabinoide besser vom Körper absorbiert werden und der Tee wirkt stärker. 

Wenn man sich nun für  den Weg der Decarboxylierung durch Aufgießen entschieden hat, sollte man den Tee in einem halben Liter Wasser für eine etwas längere Zeit, um die 30 Minuten kochen, um auch eine möglichst große Menge Cannabinoide zu lösen. Natürlich gilt auch hier wieder: Zugabe von fettigen Substanzen (Milch, Öl, Fett) erhöht die Wirkung des Tees durch verbesserte Aufnahme der Cannabinoide.

Was man unter keinen Umständen zum Tee zugeben sollte, ist Zitrone! Die in Zitronen enthaltenen Terpene (u.a. Limonen) haben schon jeher als Gegenmittel gegen die Effekte des Cannabiskonsums gegolten.

Zugabe von Milch als Wirkungsbooster der Cannabinoide
Zugabe von Milch als Wirkungsbooster der Cannabinoide

Um den Geschmack des Tees zu verändern, kann man aber Honig oder Milch zugeben. Dadurch wird nicht nur der Geschmack verbessert, sondern auch die Aufnahme der Cannabinoide in die Blutbahn. Bis zu 15% der im Tee gelösten Cannabinoide gelangen durch Zugabe von Öl und Fett ins Blut und somit ins Endocannabinoidsystem. Das ist eine relativ gute Aufnahmequote, wenn man bedenkt, dass Cannabinoide nur zwischen 4 und 20% über die Verdauung absorbiert werden. Weitere Geschmacksverstärker wären Anis oder Zimt.

5 gute Gründe Hanftee zu trinken

Hanftee gegen chronische Schmerzen

Die in Hanftee enthaltenen Cannabinoide wirken auf zwei Wegen gegen Schmerzen. Auf der einen Seite aktivieren sie das körpereigene Endocannabinoidsystem, das für eine natürliche Regulierung von Schmerzen sorgt.

Laut Studien sorgen Cannabinoide für eine verminderte Schmerzweiterleitung über die Nervenenden und die Reduktion nervlicher Entzündungen.

Der zweite Weg auf dem Cannabinoide gegen Scherzen helfen, ist die abschwellende Wirkung, die sie auf entzündetes Gewebe haben. Entzündungen sind immer schmerzhaft und werden durch die Wirkung von Cannabinoiden weniger akut.

Hanftee gegen Schlafstörungen

Schlafstörungen gehen oft einher mit übermäßiger Erschöpfung während des Tages, sowohl geistig als auch körperlich, Muskelzuckungen während des Schlafs, Schmerzen und unregelmäßige Atmung. 

Cannabinoide und speziell Cannabidiol (CBD) wirken hier sehr vielversprechend. Durch Studien und Erfahrungsberichte ist bekannt, dass CBD tatsächlich Wirkung zeigt bei der Verbesserung von Tiefschlafphasen. Außerdem können durch Cannabinoide, nicht zuletzt CBD, Schmerzen und Schwellungen reduziert und somit ein Einschlafen erleichtert werden.

Hanftee kann bei Schlafproblemen sehr hilfreich sein
Hanftee kann bei Schlafproblemen sehr hilfreich sein

Hanftee gegen Atembeschwerden

Cannabinoide, spezielle CBD und THC gelten als Bronchodilatator, das bedeutet, dass sie die Atemwege und Lungengefäße erweitern können. Dies gilt vor allem bei Asthmabeschwerden. Bei Asthma kommt es zu einer Verengung und Entzündung der Atemwege. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Anandamid, ein Endocannabinoid (vom Körper selbst hergestellt) um dagegen zu wirken.

Durch die Einnahme von CBD kann der Körper angeregt werden, ein Enzym auszuschütten, das die Spaltung von Anandamid verhindert um somit gegen Atemwegsverengung und -entzündung vorzugehen.

Hanftee gegen Depressionen und Angstzustände

Das in Hanftee enthaltene Cannabinoid CBD gilt als stresslösend. Es verhilft dem Körper zu einer erhöhten Serotoninproduktion, die wiederum dazu führt, dass die Stimmung verbessert wird.

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der als Glückshormon dafür bekannt ist, dass er die Laune bessert und Stress reduzieren kann. CBD Konsum kann den Serotonineffekt verbessern indem es die Aufnahme von Serotonin an die entsprechenden Rezeptoren verbessert. 

Außerdem kann CBD durch seine regenerativen und antioxidativen Wirkungen sehr hilfreich sein bei der Regenaration von Nervenzellen. Durch permanenten Stress und Angst kommt es auch zu oxidativem Stress, der Nervenzellen beschädigen kann. CBD und andere Cannabinoide können hier gegensteuern!

CBD und Cannabinoide können Nervenschäden entgegenwirken
CBD und Cannabinoide können Nervenschäden entgegenwirken

Hanftee gegen Herzprobleme

Stress und Angstzustände sowie Depressionen wirken auf Dauer schädlich für das Immunsystem und das Herz. Durch seine beruhigenden Wirkungen sowie potentielle Senkung des Blutdrucks kann Hanftee helfen, die Herzgesundheit aufrecht zu erhalten.

Dazu kommt, dass die in Hanf enthaltenen Cannabinoide positiv auf Entzündungen und antioxidativ wirken. Viele Herzprobleme rühren von verengten oder geschwollenen Blutgefäßen her. Durch ihre abschwellende Wirkung können Cannabinoide hier hilfreich sein.

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Macht Hanftee high?

Hanftee enthält in vielen Fällen auch THC, den psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze. Dieser ist in den meisten Fällen aber in so geringer Menge enthalten, dass der Tee a) legal ist und b) keinerlei merkbare Wirkung auf die Psyche ausübt. Die meisten und legalen Hanftee Sorten werden aus Nutzhanf und Cannabis Sativa gemacht – diese enthalten von Natur aus verschwindet geringe Mengen THC.

Es gibt natürlich auch Tees, die aus Marihuana bzw. Cannabissorten mit hohen THC Anteilen gemacht werden. Die Absorptionsrate von Cannabinoiden über die Verdauung liegt mit 4-20% aber weit hinter der Aufnahmerate durch Rauchen (bis zu 60%) und Vapen (bis zu 80%). Somit wäre auch der Effekt bei einer gleichen Menge THC beim Trinken sehr viel geringer als würde man die Wirkstoffe der Pflanze über die Atemwege aufnehmen.

Dazu kommt auch, dass durch die Decarboxylierung durch a) heißes Wasser und b) Verbrennung beim Rauchen unterschiedliche Mengen der Cannabinoide für den Körper verwertbar werden. Beim Aufbrühen sind es nämlich nur ca. 10-15%!

 

Quellenagabe:

Zitrone gegen Cannabinoide: https://healer.com/will-lemon-negate-the-benefits-of-cannabis/

Absorption von Cannabinoiden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16237477

Cannabinoide gegen Schmerzen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6277878/

Hanf anitoxidativ: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30103406

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