CBD Öl für Hunde – Warum sollte ich meinem Hund CBD geben? 

Michael Saurug
16. Dezember 2019

Studien, die sich mit der Wirkung von CBD auf Menschen befassen sind noch nicht sehr umfassend. Noch weniger wissenschaftliche Belegbarkeit hat man, wenn es um die Wirkung von CBD auf Hunde geht. Dennoch gibt es einige wenige Studien, die auch bei Hunden sehr positive Wirkungen von CBD feststellen. Hunde verfügen auch über das körpereigene Endocannabinoidsystem wie der Mensch und können daher Cannabinoide, wie etwa im CBD enthalten, verwerten.  

  1. Eine Studie aus dem Jahr 2012 hat gezeigt, dass CBD positive Effekte auf Entzündungserscheinungen bei Hunden mit leicht gereizter Haut haben kann. 
  2. Ein weitere Studie (2017) belegt, dass CBD bei Hunden mit epileptischen Anfällen zu einem starken Rückgang von Anfällen führen kann. 
  3. Eine neuere Studie (2018) zeigt die positiven Effekte von CBD auf Hunde mit Arthritis. CBD konnte den Hunden, die in der Studie teilgenommen haben, zur Schmerzlinderung verhelfen und ließ sie aktiver werden, als sie es sonst waren. 
Das Endocannabinoidsystem bei Hunden
Das Endocannabinoidsystem bei Hunden

Zusätzlich zu diesen Studien hat eine Umfrage der US Veterinäre ergeben, dass CBD für Hunde ein effektives Mittel darstellt, um Schmerzen zu lindern, Angstzustände zu bekämpfen und Muskelkrämpfe bei epileptischen Anfällen zu verringern. 

Diese Eigenschaften werden CBD unter anderem auch für die Anwendung beim Menschen nachgesagt – ob die vielen anderen positiven Wirkungen auch auf Hunde zutreffen, wird die Forschung in der Zukunft zeigen. 

Was Erfahrungsberichte heimischer Hundehalter aber zeigen, ist, dass folgende Punkte beim Einsatz von CBD für Hunde auffällig waren: 

  • Verbesserung von Hautproblemen und Entzündungen
  • Linderung chronischer Schmerzen
  • Linderung von Entzündungen
  • Verringerung epileptischer Anfälle und Muskelkrämpfe
  • Beruhigende Wirkung und Entspannung bei Stress und Angstzuständen

Glücklicher Hund

 

Was muss ich wissen, bevor ich meinem Hund CBD verabreiche? 

Bei CBD Öl für Hunde gilt vor allem zu schauen, ob das Öl auch tatsächlich hält, was es verspricht. 

Man sollte sich bei der Inhaltsangabe vergewissern, dass das Öl CBD als Inhaltsstoff aufgeführt hat und wie hoch die Konzentration ist. Hanföl muss nicht unbedingt CBD Öl sein! Manche Teile der Hanfpflanze enthalten nämlich kein CBD!

Es gibt tatsächlich Firmen, die CBD Öl für Hunde herstellen, das aber keine CBD enthält. 

CBD Öl gilt auch für Hunde als unbedenklich. Es sollten ebenso wie beim Menschen in der Regel keine Nebenwirkungen auftreten. 

Für Hunde gilt ebenso wie für den Menschen: enthält das Öl kein THC zusätzlich zum CBD, wird es keine psychoaktiven Effekte auf den Hund haben. Ein möglicher Nebeneffekt ist, dass der Hund müde wird und schläfrig. Das ist auf die beruhigende Wirkung von CBD zurückzuführen. 

Bevor man seinem Hund CBD verabreicht, schadet es nicht, mit dem Tierarzt seines Vertrauens über die Thematik zu reden. Manche Tierärzte fühlen sich allerdings mit dem Thema nicht hundertprozentig vertraut, daher gilt es einen zu finden, der Erfahrung auf dem Gebiet hat und möglicherweise selbst einen Hund besitzt. 

 

Dosierung von CBD für Hunde vs Dosierung von CBD für Menschen

CBD Öl mit sehr geringem THC-Anteil (<0,02%) ist legal erhältlich und kann prinzipiell nicht überdosiert werden. Sollte man, aus welchen Gründen auch immer, Öl mit höherem THC-Anteil besitzen und dies seinem Hund verabreichen, kann bereits eine moderat hohe Dosis THC doch schädliche Nebenwirkungen haben. 

Verabreichung von CBD Öl an Hund
Verabreichung von CBD Öl an Hund

Durch die höher Konzentration von Cannabinoidrezeptoren im Körper reagieren Hunde viel stärker auf THC als der Mensch. Daher kann es auch bei kleinen Mengen davon zu Übelkeit und starker Benommenheit beim Hund kommen. 

Wenn man aber CBD Öl für den Hund kauft, das als Full-Spectrum Öl verkauft wird, enthält es auf jeden Fall auch THC. Die Menge ist aber so minimal dass keine Nebenwirkungen auftreten sollten. Öle mit Broad-Spectrum Eigenschaften, also ohne THC aber dafür mit verschiedenen anderen Cannabinoiden lassen den Vierbeiner durch den Entourage-Effekt eine höhere Wirksamkeit des Öls erleben. 

Die richtige Dosis CBD beim Hund hängt, wie auch beim Menschen, mit dem Körpergewicht, Gesundheitszustand und Aktivitätsgrad zusammen. Es gibt allerdings keine präzisen Richtlinien, die einzuhalten sind. 

Bei der Dosierung von CBD für den Hund gilt wie auch beim Menschen: klein beginnen. Wenn der Hund das CBD gut verträgt, kann man die Dosis langsam erhöhen, bis der gewünschte Effekt eintritt. Diese Dosis sollte man dann beibehalten. 

Hunde, die schwerer sind und sich körperlich stärker betätigen als andere Hunde, vertragen eine höhere Dosis CBD Öl. 

 

Wie wird CBD Öl Hunden verabreicht? 

Hunde und Menschen reagieren in gewissen Bereichen unterschiedlich auf CBD. Zum kann es stärkere Wirkung bei Hunden zeigen, durch ein dichteres Endocannabinoidsystem, und zum anderen sind nur bestimmte Arten der Einnahme für den Hund verträglich. 

Das Rauchen oder Vapen von CBD ist zum Beispiel nur dem Menschen vorbehalten. Es ist für die menschliche Lunge nicht gesund, Hunde allerdings haben eine noch empfindlichere Lunge als der Mensch. Daher kann CBD Rauch oder Dampf für den Vierbeiner schädlich sein. Man sollte daher nie im selben Raum mit dem Hund CBD rauchen oder vapen. 

Bei Hauterkrankungen, speziell Entzündungen und Reizungen, empfiehlt sich erwiesenermaßen eine äußerliche Anwendung von CBD Lotionen und Cremen für den Hund. Das CBD kann somit punktuell genau aufgebracht werden und wirkt in die Haut ein ohne in den Blutkreislauf zu gelangen. 

CBD Öl kann wie auch beim Menschen ganz einfach in Tropfenform verabreicht werden. Diese Anwendung ist einfach und man kann leicht die Menge berechnen (auch anhand von online Kalkulatoren). Problematisch kann es allerdings dann sein, wenn der Hund die Tinktur aufgrund ihres Geschmacks oder Geruchs verschmäht. 

CBD Öl Tropfen für Hund
CBD Öl Tropfen für Hunde

Sollte dies der Fall sein, kann man immer noch auf den alten Trick mit dem Futter zurückgreifen, den man dann anwendet wenn Hunde ihre Medizin nicht nehmen wollen. Einfach ein paar Tropfen CBD auf das Leckerli verteilen und schon funktionierts!

 

Persönliche Erfahrungen mit CBD für Hunde

Durch die eigene Anwendung von CBD bei einem relativ jungen Hund, Simba, (7 Monate) konnten wir teils erstaunliche Wirkungen feststellen. 

Zum einen hat sich das Fressverhalten geändert. Sein Appetit war oftmals nicht stark ausgeprägt, auch Lieblingsspeisen wurden oft verschmäht. Durch die Verabreichung von CBD Öl hat sich das aber geändert. Der Appetit ist gestiegen und somit auch das Gewicht, was natürlich eine Erleichterung darstellte. 

Simba hatte beim Autofahren immer Angst bzw. war sehr nervös und ist herumgesprungen. Besonders plötzliche Stopps und Beschleunigungen waren für ihn ein Graus. Durch das CBD Öl hat er sich zusehends beruhigt. Er ist merklich entspannter während der Fahrt und steigt auch lieber ins Auto ein, ohne Protest. Bei der letzten Fahrt hat er es sogar geschafft eine halbe Stunde zu schlafen!

Das Temperament hat Simba aber nicht nur beim Autofahren gezeigt sondern im Alltag sonst auch. Beim Spazierengehen im Park oder in der Stadt bei der Begegnung mit Menschenmengen oder anderen Hunden. Durch die Reizüberflutung in Zusammenspiel mit seinem jungen Alter ist diverse Male regelrecht ausgeflippt, was nicht nur peinlich sondern teilweise schon gefährlich war. CBD Öl hat auch hier seine Wirkung gezeigt: Durch die Verabreichung der Tropfen (Simba hat zum Glück kein Problem damit die Tropfen pur einzunehmen) verhält er sich bei Spaziergängen wie auch beim Autofahren entspannter und lässt sich auch gut ansprechen. 

 

Zusammenfassung

Abschließend kann gesagt werden, dass CBD Öl für Hunde durchaus Sinn macht. In seiner puren Form bzw. mit minimalem THC-Anteil ist es nicht schädlich und gut verträglich. Der gewünschte Effekt tritt auch, ähnlich wie beim Menschen, relativ schnell ein und führt zu Entspanntheit und kann auch helfen Anfälle zu verringern und Hautirritationen zu beruhigen. 

CBD Öl macht beim Hund prinzipiell das, was es beim Menschen auch bewirkt: die enthaltenen Wirkstoffe, allen voran CBD zusammen mit diversen anderen Cannabinoiden, kommunizieren mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem. Dieses System wiederum steuert Körper- und Hirnfunktionen und wird dadurch beeinflusst und ins Gleichgewicht gebracht. Das hat zur Folge, dass sich Körper und Geist einfach “runder” anfühlen und wie eine gut geölte Maschine funktionieren.

 

 

Quellenangabe:

Bartner, Lisa R.McGrath, StephanieRao, SangeetaHyatt, Linda K.Wittenburg, Luke A. (2018). Pharmacokinetics of cannabidiol administered by 3 delivery methods at 2 different dosages to healthy dogs. In: Canadian Journal of Veterinary Research, Volume 82, Number 3, July 2018, pp. 178-183(6)

Campora L1Miragliotta VRicci ECristino LDi Marzo VAlbanese FFederica Della Valle MAbramo F (2012). Cannabinoid receptor type 1 and 2 expression in the skin of healthy dogs and dogs with atopic dermatitis.  2012 Jul;73(7):988-95. doi: 10.2460/ajvr.73.7.988.

Rotolo, Maria C.Graziano, SilviaPellegrini, ManuelaCorlazzoli, DanieleAntinori, LuciaPorcarelli, LauraPichini, Simona (2017). Simple and Fast Gas-chromatography Mass Spectrometry Assay to Assess Delta 9-Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol in Dogs Treated with Medical Cannabis for Canine Epilepsy. Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 18, Number 10, 2017, pp. 821-827(7)
 
Lauri-Jo Gamble1, Jordyn M. Boesch1, Christopher W. Frye1, Wayne S. Schwark2, Sabine Mann3, Lisa Wolfe4, Holly Brown5, Erin S. Berthelsen1 and Joseph J. Wakshlag1(2018). Pharmacokinetics, Safety, and Clinical Efficacy of Cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs. Front. Vet. Sci., 23 July 2018 | https://doi.org/10.3389/fvets.2018.00165.
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